Heimatverein Drabenderhöhe e.V.

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Die Miebacher Mühle

Die Miebacher Mühle stand auf dem jetztigen Gelände der heutigen Firma Herpa-Print in Niedermiebach. Das dazugehörige Wohnhaus befand sich in der Kurve an der Abzweigung der Zeithstrasse nach Obermiebach.

In der preußischen Katasteraufnahme von 1828 ist diese nicht aufgenommen worden. Allerdings beschreibt das Amtsblatt der königlichen Regierung zu Köln mit einem Eintrag vom 24. September 1828: „Johan Christian Höhler zum Scheid, hiesiger Bürgermeisterei Much, und Peter Klemens zu den Immen, Bürgermeisterei Drabenderhöh wohnend, beabsichtigen, eine oberschlägige Knochen-Stampfmühle verbunden mit einer Oelmühle, unter dem in der Bürgermeisterei Much gelegenen Hofe Niedermiebach, in die Wiese an den sogenannten Niedermiebacher-Bach zu erbauen. Diejenigen, welche gerechte Einsprüche machen zu können, glauben sind hiermit aufgefordert, bei den Bauherren oder dem Unterzeichneten in Zeit drei Wochen einzubringen. Der Bürgermeister, Scherer.“ In einem Nachtrag auf den preußischen Katasterkarten aus dem Jahre 1863 ist die Mühle dann eingezeichnet worden. Vermutlich blieb die Mühle dann im Besitz von Johann Peter Christian Höhler bis zu seinem Tode 1859. Johann Peter Clemens verstarb bereits 1824.

In einem preußischen Adressbuchverzeichnis von 1884 ist jedoch kein Mühlenbesitzer in Niedermiebach erwähnt worden. Die Mühle war wohl nicht allzu ertragreich, denn es heisst, dass sie ständig zu wenig Wasser hatte, trotz des großen Mühlenteiches, der vom Miebach gespeist wurde. Wahrscheinlich verfiel die Mühle dann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die Miebacher Mühle in den 1920er Jahren

Bis etwa 1900 lebten in der Miebacher Mühle, die etwas abseits der katholischen Ortschaft Niedermiebach lag, noch keine evangelischen Einwohner. Dies änderte sich noch vor dem Ersten Weltkrieg, als Wilhelm und Pauline Jürges, die die Miebacher Mühle später übernahmen und ein Wohnhaus an der Zeithstraße errichteten. Laut Adressbüchern aus den 1920er Jahren betrieben sie neben der Getreidemühle eine Molkerei. Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahren unterhielten sie eine Privatpension, wo die Sommerfrischler aus den Städten übernachten konnten. Der Mühlenteich wurde für Kanufahrten genutzt. Anfang der 1930er Jahre übernahm Wilhelm (Willi) Loede die Molkerei und erweiterte diese um eine Käserei.

Im Jahre 1924 stellten die Einwohner von Scheidt, Pfaffenscheid und Obermiebach einen Antrag auf Ausgemeindung aus der Gemeinde Much nach Drabenderhöhe. Nachdem die Orte Pfaffenscheid und Scheidt 1932 nach Drabenderhöhe ausgemeindet wurden, stellte man 1932 und 1933 einen weiteren Antrag, der auch die Orte Obermiebach und der Miebacher Mühle, auch als Niedermiebacher Mühle bezeichnet, in die Ausgemeindung einbeziehen sollte. Zu diesem Zeitpunkt lebten zwei Familien in dem Gebäude, welches an der Zeithstrasse stand. Doch die Gemeinde Much wehrte sich vehement gegen das Vorhaben der Einwohner. In einem Schreiben an den Landrat aus dem Jahre 1933 heisst es: „ Die Ortslagen Obermiebach mit der Niedermiebacher Mühle sind, besonders Obermiebach, die steuerlich besten Teile der Gemeinde. Die gemeindliche Grundvermögenssteuer von Obermiebach, drei Haushaltungen, beträgt 407,61 Reichsmark. Das Haus Niedermiebacher Mühle nebst zugehörigen Gebäuden bringt eine gemeindliche Grundvermögenssteuer von 176,88 Reichsmark auf, an Gewerbesteuer 170 Reichsmark. Die beantragte Ausgemeindung würde also für die politische Gemeinde Much einen verhältnismäßig grossen Verlust bringen.“

Lage der Mühle am Miebach auf der preußischen Urrisskarte von 1828 mit Nachtrag aus dem Jahre 1863

Doch das nationalsozialistische Regime hatte kein weiteres Interesse mehr an Veränderungen der Gemeindegrenzen, so dass die Mühle, als auch Obermiebach bis heute Teil der Gemeinde Much blieben.

Im Jahre 1948 gründete Willi Loede auf dem Mühlengelände die jetzige Firma Herpa-Print. Er stellte erste Etiketten her und klebte diese auf eiserne Milchkannen. Er führte damals noch einen Fachhandel für Molkereiprodukte. Von der Mühle ist heute nichts mehr zu sehen. Das dazugehörige Wohnhaus ist in den 1980er Jahren abgerissen worden.

Heute ist von der Mühle nichts mehr vorhanden. Im Jahre 1998 existierte allerdings noch ein Rest des Spannteiches.


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