Heimatverein Drabenderhöhe e.V.

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hoefe:hillerscheid [2022/02/16 22:28]
Achim Höhler
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Achim Höhler
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 Allerdings taucht der Ortsname Hillerscheid 1662 im Engelskirchener Kirchenbuch auf, als Aeltgen, Jacobs Haußfrau zu Hillerscheid Tauffgodde (Taupatin) von Adelhedis Schmidt aus Verr genannt wird. Laut Drabenderhöher Kirchenbuch lebt die Familie von Tönis (Anton) Hillerscheid 1675 im Ortsteil Scheidt. Im Mucher Kirchenbuch ist 1669 die Hochzeit von Henrici, Joannis zu Mollerscheid Sohn in der Pfarre Weil (Wiehl) und Catharina, Christianis Tochter zu Hoel vermerkt. Die selbe Hochzeit findet sich auch in Drabenderhöhe als Hindrich, seligen (verstorbenen) Johann Müller zu Hillerschen hinterlassener eheliche Sohn und Trina (Katharina), Kirßgens im Holl (Höhler, Höllerhof bei Wellerscheid) ehelicher Tochter. Das zeigt, dass auch bereits im 17. Jhd. Fehler beim Ortsnamen entstanden sind, vermutlich auch aufgrund der unterschiedlichen Interpretation des mundartlichen Namens von Hillerscheid. Eine Hochsprache wurde zu dieser Zeit in unserer Region nicht gesprochen und in den Gemeinden Drabenderhöhe, Engelskirchen und Much wurden auch sehr stark von einander abweichende Dialekte benutzt. Über die Herkunft des Familiennamens Hillerscheid kann man annehmen, dass eine Familie aus „Hillerschen/Hillersch“ nach Scheidt umgesiedelt ist und sich der Name somit zu Hillerscheid zusammengesetzt hat.  Allerdings taucht der Ortsname Hillerscheid 1662 im Engelskirchener Kirchenbuch auf, als Aeltgen, Jacobs Haußfrau zu Hillerscheid Tauffgodde (Taupatin) von Adelhedis Schmidt aus Verr genannt wird. Laut Drabenderhöher Kirchenbuch lebt die Familie von Tönis (Anton) Hillerscheid 1675 im Ortsteil Scheidt. Im Mucher Kirchenbuch ist 1669 die Hochzeit von Henrici, Joannis zu Mollerscheid Sohn in der Pfarre Weil (Wiehl) und Catharina, Christianis Tochter zu Hoel vermerkt. Die selbe Hochzeit findet sich auch in Drabenderhöhe als Hindrich, seligen (verstorbenen) Johann Müller zu Hillerschen hinterlassener eheliche Sohn und Trina (Katharina), Kirßgens im Holl (Höhler, Höllerhof bei Wellerscheid) ehelicher Tochter. Das zeigt, dass auch bereits im 17. Jhd. Fehler beim Ortsnamen entstanden sind, vermutlich auch aufgrund der unterschiedlichen Interpretation des mundartlichen Namens von Hillerscheid. Eine Hochsprache wurde zu dieser Zeit in unserer Region nicht gesprochen und in den Gemeinden Drabenderhöhe, Engelskirchen und Much wurden auch sehr stark von einander abweichende Dialekte benutzt. Über die Herkunft des Familiennamens Hillerscheid kann man annehmen, dass eine Familie aus „Hillerschen/Hillersch“ nach Scheidt umgesiedelt ist und sich der Name somit zu Hillerscheid zusammengesetzt hat. 
  
-{{:hoefe:drabenderhoeher_und_umgebung_1913.jpg?200|}} Hillerscheid 1913+{{:hoefe:drabenderhoeher_und_umgebung_1913.jpg?200|Hillerscheid 1913}} Hillerscheid 1913
  
 Der Ort Hillerscheid ist vermutlich in der Ausbauperiode mit weiteren Rodetätigkeiten im Hochmittelalter entstanden. Dabei setzt sich der Name aus einem Personennamen „Hild, Hildir“ und dem altfränkischen „Hago“ zusammen und bedeutet: die eingefriedete Wohnstätte des Hildir. Der Personename findet sich auch in einigen deutschen Vornamen wieder wie Hildegard oder Hildebold und steht für Kampf.  Der Ort Hillerscheid ist vermutlich in der Ausbauperiode mit weiteren Rodetätigkeiten im Hochmittelalter entstanden. Dabei setzt sich der Name aus einem Personennamen „Hild, Hildir“ und dem altfränkischen „Hago“ zusammen und bedeutet: die eingefriedete Wohnstätte des Hildir. Der Personename findet sich auch in einigen deutschen Vornamen wieder wie Hildegard oder Hildebold und steht für Kampf. 
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 In den 1920er und 1930er Jahren setzte man auf den Tourismus und nannte sich Luftkurort Hillerscheid bei Drabenderhöhe. Man warb mit zwei Privatpensionen, die von Fr. Grebe und Paul Thönes geführt wurden. In den 1920er und 1930er Jahren setzte man auf den Tourismus und nannte sich Luftkurort Hillerscheid bei Drabenderhöhe. Man warb mit zwei Privatpensionen, die von Fr. Grebe und Paul Thönes geführt wurden.
  
-{{:hoefe:hillerscheid_1950er_jahre.jpg?200|}} Hillerscheid in den 1950er Jahren+{{:hoefe:hillerscheid_1950er_jahre.jpg?200|Hillerscheid}} Hillerscheid in den 1950er Jahren
    
 Mit der Entstehung der Siebenbürger-Sachsen-Siedlung dehnte sich Drabenderhöhe bis nach Hillerscheid aus. Der Ort blieb aber selbstständig. Bereits um 1975 zogen die ersten Siebenbürger Sachsen nach Hillerscheid und kauften vorhandene Häuser, weitere Familien folgten. 1994 wurde ein neues Baugebiet mit 10 Wohnhäusern erschlossen, von denen 8 an Siebenbürger Sachsen verkauft wurden. Die Integration verlief schnell und problemlos. Die Siebenbürger Sachsen stellen heute einen Anteil von etwa 46% an der Bevölkerung.  Mit der Entstehung der Siebenbürger-Sachsen-Siedlung dehnte sich Drabenderhöhe bis nach Hillerscheid aus. Der Ort blieb aber selbstständig. Bereits um 1975 zogen die ersten Siebenbürger Sachsen nach Hillerscheid und kauften vorhandene Häuser, weitere Familien folgten. 1994 wurde ein neues Baugebiet mit 10 Wohnhäusern erschlossen, von denen 8 an Siebenbürger Sachsen verkauft wurden. Die Integration verlief schnell und problemlos. Die Siebenbürger Sachsen stellen heute einen Anteil von etwa 46% an der Bevölkerung. 
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 Der Kaufmann Ernst Reyss war im Exportgeschäft mit Messern und Besteck in Remscheid tätig. Ende der 1920er Jahre übernahm er die Jagdpacht im Drabenderhöhe. Um nicht ständig fremd zu übernachten, baute er sich im Jahre 1931 in der Nähe von Hillerscheid in der Flur "Auf der Bitze" ein Jagdhaus in massiver Blockbauweise. Jagdaufseher wurde der Postkraftfahrer Walter Benz. Er lebte dort mit seiner Familie in einer Einliegerwohnung bis etwa 1952/1953 als er im Jägerweg ein eigenes Haus bezog. Da die Städte, auch im Niederbergischen bombadiert worden, lebte die Familie Reyss ab 1944 bis 1951 in Hillerscheid. Damals wohnten 11 Personen im Jagdhaus.  Der Kaufmann Ernst Reyss war im Exportgeschäft mit Messern und Besteck in Remscheid tätig. Ende der 1920er Jahre übernahm er die Jagdpacht im Drabenderhöhe. Um nicht ständig fremd zu übernachten, baute er sich im Jahre 1931 in der Nähe von Hillerscheid in der Flur "Auf der Bitze" ein Jagdhaus in massiver Blockbauweise. Jagdaufseher wurde der Postkraftfahrer Walter Benz. Er lebte dort mit seiner Familie in einer Einliegerwohnung bis etwa 1952/1953 als er im Jägerweg ein eigenes Haus bezog. Da die Städte, auch im Niederbergischen bombadiert worden, lebte die Familie Reyss ab 1944 bis 1951 in Hillerscheid. Damals wohnten 11 Personen im Jagdhaus. 
  
-{{:hoefe:scan_20210516_97_.jpg?200|}} Forsthaus 1937+{{:hoefe:scan_20210516_97_.jpg?200|Forsthaus 1937}} Forsthaus 1937
  
 Ein Bombenabwurf in der Nähe traf mit einigen Splittern das Gebäude. Als der Krieg 1945 vorbei war, bedrohten freigelassene russische Zwangsarbeiter die beiden Familien und raubten Wertgegenstände. Drei Einschusslöcher zeugen noch heute von dem Vorfall. Das Haus ist bis heute in dritter Generation im Familienbesitz verblieben. Der Enkel von Ernst Reyss hat es 2007 übernommen und 2008 kernsaniert.  Ein Bombenabwurf in der Nähe traf mit einigen Splittern das Gebäude. Als der Krieg 1945 vorbei war, bedrohten freigelassene russische Zwangsarbeiter die beiden Familien und raubten Wertgegenstände. Drei Einschusslöcher zeugen noch heute von dem Vorfall. Das Haus ist bis heute in dritter Generation im Familienbesitz verblieben. Der Enkel von Ernst Reyss hat es 2007 übernommen und 2008 kernsaniert. 
  

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